IDD - Insurance Distribution Directive

Alle Informationen für Versicherungsvermittler

seit dem 23.02.2018 ist die Vermittlerrichtline IDD in Kraft. Die Umsetzung sollte bis zu diesem Zeitpunkt erfolgt sein. Eine verschiebung zur Umsetzung der IDD wurde bereits beantragt. Ob und auf wann diese verschoben wird, bleibt offen. Alle Akteure die Versicherungen vermitteln, müssen sich auf weit reichende Auswirkungen einstellen.

  • Die provisionsbasierte Beratung wird nach aktuellem Gesetzesentwurf weiterhin möglich sein
  • Versicherungsvermittler müssen sich entscheiden: Vermittlung auf Provisionsbasis oder auf Honorarbasis. Mischmodelle werden verboten
  • Weiterbildung wird verpflichtend und muss mindestens 15 Zeitstunden pro Jahr betragen
  • Das Provisionsabgabeverbot bleibt bestehen

 

 

 

1. Was ist die IDD - eine Definition
 
IDD (Insurance Distribution Directive) ist eine Richtlinie der europäischen Union, um die Rechte der Verbraucher zu stärken, die sich zu Versicherungsprodukten beraten lassen. Sie regelt die Vermittlung von Versicherungsprodukten innerhalb der Europäischen Union. Gleichzeitig sollen die nationalen Vorschriften der Mitgliedsstaaten  zum Versicherungsvertrieb angeglichen werden. Bereits 2007 wurde mit der Versicherungsvermittlerrichtlinie aus der Versicherungsvermittlung ein erlaubnispflichtiges Gewerbe (§ 34 d GewO). Mit IDD treten weitere Vorschriften in Kraft, die auf der Versicherungsvermittlerrichtlinie aufbauen.
 
 
2. Wann tritt die IDD in Kraft?

IDD ist im Februar 2016 in Kraft getreten. Wie bei jeder Richtlinie der EU, haben die Mitgliedsstaaten nun zwei Jahre Zeit, um die Richtlinie in das nationale Recht zu überführen. Die Umsetzung soll also spätestens am 23.02.2018 erfolgen. Derzeit ist eine Verschiebung geplant, welche aus Rückwirkend gelten soll. Da diese allerdings frühestens im März 2018 erfolgen kann, gilt die Richtline bereits heute.
 
 
3. Wer ist von der IDD betroffen?
 

Die Richtlinie spricht alle Akteure an, die Versicherungen vermitteln. Das sind beispielsweise Versicherungsmakler, Honorarberater oder Versicherer.
 
 
4. Wird es nach IDD ein Provisionsverbot geben?
 
In der Richtlinie der EU wird kein Provisionsverbot vorgegeben. Dennoch können nationale Regierungen die Richtlinie strenger auslegen. Die deutschen Behörden haben klar signalisiert, dass ein Provisionsverbot nicht kommen wird. Damit bleibt nach heutigem Gesetzesentwurf die provisionsbasierte Vermittlung möglich.
 
5. Strikte Trennung der Beratung auf Provisionsbasis und der Honorarberatung
 
Nach dem aktuellen Gesetzesentwurf erhalten Versicherungsvermittler nach § 34 d GewO die Vergütung ausschließlich über die Versicherungsunternehmen. Verbraucher, die sich auf Honorarbasis beraten lassen wollen, müssen sich künftig an den sogenannten Honorar-versicherungsberater wenden. Für den Verbraucher soll jederzeit transparent sein, in welcher Form der Berater vergütet wird.
 
Versicherungsmakler, die über Provisionen vergütet werden, dürfen künftig nur noch Servicegebühren für Tätigkeiten erheben, die außerhalb der Versicherungsvermittlung liegen. Servicegebühren für die regelmäßige Überprüfung der Verträge oder bei der Hilfe von Schadenfällen werden somit unzulässig. Daher sollten Versicherungsmakler bestehende Konzepte zur Erhebung von Servicegebühren möglichst frühzeitig anpassen. Zulässig bleiben Dienstleistungen, die nicht in direktem Zusammenhang mit der Versicherungsvermittlung stehen. Dies kann zum Beispiel die Bereitstellung und Pflege eines Notfallordners sein. Im Gegensatz zur Beratung von Privatkunden, dürfen von Unternehmen auch weiterhin Servicegebühren erhoben werden.
 

In Bezug auf den Honorarversicherungsberater bleibt noch vieles im Unklaren: Erfolgt das Honorar erfolgsabhängig oder entsteht der Anspruch durch die Beratung? Wird das Honorar umsatzsteuerpflichtig sein? Was passiert, wenn das empfohlene Nettoprodukt durch das hinzukommende Honorar schlechter ist, als ein Bruttotarif? In allen Fällen wäre der Verbraucher schlechter gestellt, als wenn dieser sich an einen Makler wendet, der auf Provisionsbasis tätig ist.

Um beide Kunden-Zielgruppen beraten zu können, muss der Vermittler künftig zwei unabhängig voneinander agierende Unternehmen gründen. Eine Firma für die provisionsbasierte Beratung und eine für die Vertrieb auf Honorarbasis. Dies ist mit einem deutlich höherem Verwaltungsaufwand und Kosten verbunden.
 
 
6. Die Weiterbildung wird verpflichtend
 
Um die Qualität in der Beratung weiter zu verbessern, wird die regelmäßige Weiterbildung zur Pflicht. Diese soll mindestens 15 Zeitstunden pro Jahr betragen. Ob die Schulung zu konkreten Themen Pflicht wird oder wer als Weiterbildungsträger in Frage kommt, ist zurzeit offen. Viele Marktteilnehmer erwarten, dass diese Aufgabe den IHKen der einzelnen Bundesländer übertragen wird.

 

7. Vermittlung fondsgebundener Versicherungen auch weiterhin möglich, sofern Registrierung nach § 34d Gewerbeordnung
 
Die Vermittlung von fondsgebundenen Versicherungen bleibt mit der Gewerbeerlaubnis nach § 34d GewO möglich. Diese Produkte gelten weiterhin als Versicherungen. Vor der Vermittlung hat der Vermittler jedoch umfangreiche Pflichten, die denen eines Kapitalanlagevermittlers (§ 34 f GewO) sehr ähnlich sind. Neben den Kenntnissen und Erfahrungen über Geldanlagen, muss der Vermittler die finanziellen Verhältnisse klären, die Risikotoleranz definieren und die Anlageziele besprechen. Dieses wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zu dokumentieren sein.
 
 
8. Provisionsabgabeverbot bleibt bestehen

Versicherungsvermittlern bleibt es weiterhin verboten, den Kunden Teile der Provision zu erstatten. Damit soll verhindert werden, dass Verbraucher sich für den Berater entscheiden, der den höchsten Rückfluss der Courtage zusichert. In Hinblick auf die Verbesserung der Qualität der Beratung, ist diese Regelung ein wichtiger Baustein.

Um auch indirekte Rückflüsse an den Kunden zu verhindern, dürfen Kundengeschenke oder Geschäftsessen den Wert von 15 Euro nicht übersteig

 

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