IDD - Insurance Distribution Directive

Alle Informationen zur IDD Vermittlerrichtlinie - Das ändert sich 2020

Seit dem 23.02.2018 ist die Vermittlerrichtline IDD in Kraft. Mit der Überarbeitung der Versicherungsvermittlungsverordnung (VersVermV) wurde sie in die deutsche Gesetzgebung eingebunden. Alle Akteure, die Versicherungen vermitteln, müssen sich auf weitreichende Auswirkungen einstellen.

  • Die provisionsbasierte Beratung ist weiterhin möglich
  • Nach der EU-Versicherungsvertriebsrichtlinie müssen Versicherungsvermittler sich entscheiden: Vermittlung auf Provisionsbasis oder auf Honorarbasis. Mischmodelle sind verboten
  • Weiterbildung ist verpflichtend und muss mindestens 15 Zeitstunden pro Jahr betragen
  • Das Provisionsabgabeverbot bleibt bestehen

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1. Was ist die IDD - eine Definition
IDD (Insurance Distribution Directive) ist eine Richtlinie der europäischen Union, um die Rechte der Verbraucher zu stärken, die sich unmittelbar zu Versicherungsprodukten beraten lassen. Die EU-Versicherungsvertriebsrichtlinie regelt die Vermittlung von Versicherungsprodukten innerhalb der Europäischen Union. Gleichzeitig sollen nach der Verordnung die nationalen Vorschriften der Mitgliedsstaaten  zum Versicherungsvertrieb angeglichen und im nationalen Gesetz verankert werden. Bereits 2007 wurde mit der Versicherungsvermittlerrichtlinie aus der Versicherungsvermittlung ein erlaubnispflichtiges Gewerbe (§ 34 d GewO). Mit IDD treten weitere Vorschriften in Kraft, die auf der Versicherungsvermittlerrichtlinie aufbauen und den Verbraucherschutz stärken sollen.


2. Wann tritt die IDD in Kraft?
IDD ist für den Versicherungsvertrieb im Februar 2016 in Kraft getreten. Wie bei jeder Richtlinie der EU, haben die Mitgliedsstaaten nun zwei Jahre Zeit, um die Regelungen der Versicherungsvertriebsrichtline in das nationale Recht zu überführen. Seit Februar 2018 ist die Richtline mit der Überarbeitung Versicherungsvermittler-Verordnung (VersVermV) in die deutsche Gesetzgebung eingebunden worden.


3. Wer ist von der IDD betroffen?
Die IDD spricht alle Akteure an, die Versicherungen vermitteln bzw. mit dem Abschluss vertraut sind. Das sind beispielsweise Versicherungsmakler, Honorarberater oder Versicherer.


4. Wird es nach IDD ein Provisionsverbot geben?
In der IDD-Richtlinie der EU wird kein Provisionsverbot vorgegeben. Dennoch können nationale Regierungen die Richtlinie strenger auslegen. Die deutschen Behörden haben klar signalisiert, dass ein Provisionsverbot nicht kommen wird. Damit bleibt nach heutigem Gesetzesentwurf die provisionsbasierte Vermittlung möglich.


5. Strikte Trennung der Beratung auf Provisionsbasis und der Honorarberatung
Nach dem aktuellen Gesetz erhalten Versicherungsvermittler nach § 34 d GewO die Vergütung ausschließlich über die Versicherungsunternehmen. Verbraucher, die sich auf Honorarbasis beraten lassen wollen, müssen sich künftig an den sogenannten Honorar-Versicherungsberater bzw. Versicherungsberater wenden. Für den Verbraucher soll jederzeit transparent sein, in welcher Form der Berater vergütet wird und wie der Absatz erfolgt.

Versicherungsmakler, die über Provisionen vergütet werden, dürfen nach IDD künftig nur noch Servicegebühren für Tätigkeiten erheben, die außerhalb der Versicherungsvermittlung liegen. Servicegebühren für die regelmäßige Überprüfung der Verträge oder bei der Hilfe von Schadenfällen werden somit unzulässig. Daher sollten Versicherungsmakler bestehende Konzepte für ihre Tätigkeit zur Erhebung von Servicegebühren möglichst frühzeitig anpassen. Laut IDD zulässig bleiben Dienstleistungen, die nicht in direktem Zusammenhang mit der Versicherungsvermittlung stehen. Dies kann zum Beispiel die Bereitstellung und Pflege eines Notfallordners sein. Im Gegensatz zur Beratung von Privatkunden, dürfen von Unternehmen auch weiterhin Servicegebühren erhoben werden. Der Gesetzgeber sieht hier keine Einschränkungen vor.

In Bezug auf den Honorarversicherungsberater bleibt noch vieles im Unklaren: Erfolgt das Honorar erfolgsabhängig oder entsteht der Anspruch durch die Beratung? Wird das Honorar umsatzsteuerpflichtig sein? Was passiert, wenn das empfohlene Nettoprodukt durch das hinzukommende Honorar schlechter ist, als ein Bruttotarif? In allen Fällen wäre der Verbraucher schlechter gestellt, als wenn dieser sich an einen Makler wendet, der auf Provisionsbasis tätig ist.

Um beide Kunden-Zielgruppen beraten zu können, muss der Vermittler künftig zwei unabhängig voneinander agierende Unternehmen gründen. Eine Firma für die provisionsbasierte Beratung und eine für den Vertrieb auf Honorarbasis. Dies ist mit einem deutlich höherem Verwaltungsaufwand und Kosten verbunden.
 

6. Welche Vorteile bringt mir eine Zusammenarbeit mit dem Deutschen Maklerverbund in Bezug auf eine IDD-Konforme Beratung
Der Deutsche Maklerverbund ist eine bundesweite und kostenfreie Vereinigung von Finanz- und Versicherungsmaklern. Mit Professionell Works bieten wir unseren angeschlossenen Partnern eine 360°-Lösung für ihren Beratungsaltag:

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7. Weiterbildungspflicht
Um die Qualität in der Beratung weiter zu verbessern, wird die regelmäßige Weiterbildung zur Pflicht. Diese soll mindestens 15 Zeitstunden pro Jahr betragen. Ob die Schulung zu konkreten Themen Pflicht wird oder wer als Weiterbildungsträger in Frage kommt, ist zurzeit offen. Diese Aufgabe ist den IHKen der einzelnen Bundesländer übertragen worden. Vermittlern bleibt es selbst überlassen, wie sie ihre Nachweise verwalten.
 

8. Vermittlung fondsgebundener Versicherungen auch weiterhin möglich, sofern Registrierung nach § 34d Gewerbeordnung
Die Vermittlung von fondsgebundenen Versicherungen bleibt mit der Gewerbeerlaubnis nach § 34d GewO möglich. Diese Produkte gelten weiterhin als Versicherungen. Vor der Vermittlung hat der Vermittler jedoch umfangreiche Pflichten, die denen eines Kapitalanlagevermittlers (§ 34 f GewO) sehr ähnlich sind. Neben den Kenntnissen und Erfahrungen über Geldanlagen, muss der Vermittler die finanziellen Verhältnisse klären, die Risikotoleranz definieren und die Anlageziele besprechen. Dieses wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zu dokumentieren sein.
 
9. Provisionsabgabeverbot bleibt bestehen
Versicherungsvermittlern bleibt es weiterhin verboten, den Kunden Teile der Provision zu erstatten. Damit soll verhindert werden, dass Verbraucher sich für den Berater entscheiden, der den höchsten Rückfluss der Courtage zusichert. Im Hinblick auf die Verbesserung der Qualität der Beratung, ist diese Regelung ein wichtiger Baustein.

Um auch indirekte Rückflüsse an den Kunden zu verhindern, dürfen Kundengeschenke oder Geschäftsessen den Wert von 15 Euro nicht übersteigen.

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