Was ist eigentlich BiPRO?

Brancheninstitut für Prozessoptimierung

  • Ziel ist es, einheitliche Normen für unternehmensübergreifende Prozesse zu definieren.
  • BiPRO e.V. ist ein gemeinnütziger Verein und finanziert sich durch die Mitgliedsbeiträge der Vereinsmitglieder. Dieses sind Versicherungsunternehmen und Hersteller von Maklerverwaltungsprogrammen.
  • Eine der wichtigsten Normen ist die 430er Reihe, die ein gesellschaftsübergreifendes Postfach definiert.

Was ist BiPRO?

Das Brancheninstitut für Prozessoptimierung ist eine neutrale Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, unternehmensübergreifende Geschäftsprozesse im Bereich der Finanzdienstleistungsbranche zu optimieren und zu vereinheitlichen. Dies funktioniert nur durch den Zusammenschluss von Versicherungsunternehmen, Vertriebspartnern und entsprechenden Dienstleistern. Zusammen werden hierzu in verschiedenen Projekten gemeinschaftlich technische Normen entwickelt. Gegründet wurde der Verein im Jahr 2006 in Düsseldorf. Auch der Deutsche Maklerverbund ist Mitglied in dem Verein, um die Digitalisierung der Branche voran zu treiben und zu gestalten.

Die Norm 430.0

Eine der wichtigsten Normen ist die Norm 430.0. Mit dieser Technologie lässt sich ein gesellschaftsübergreifendes Postfach erstellen. Der Makler ruft Dokumente, wie Policen oder Schriftverkehr unter einer Oberfläche ab. Zudem werden die Dokumente direkt zum Kunden hinterlegt. Des Weiteren lassen sich automatisch Geschäftsvorgänge erstellen, so dass der Kunde im Falle eines Beitragsrückstands informiert wird.

Der Vorteil bei Nutzung dieser Norm liegt ganz klar darin, dass der Vermittler die Möglichkeit hat, Dokumente und Datensätze verschiedener Gesellschaften über ein einziges Postfach aufzurufen und zu verwalten. Dies mindert den Arbeitsaufwand enorm, da der Makler sich nicht erst in die verschiedenen Maklerportale der Gesellschaften einloggen muss, um die Daten abrufen zu können.

Auch in dem Kundenverwaltungsprogramm Professional works 3.0 ist ein Postfach der Norm 430.0 implementiert. Um dies nutzen zu können, muss im Regelfall lediglich eine Courtagevereinbarung mit der Gesellschaft bestehen und die Vermittlernummer entsprechend im System hinterlegt sein. Einige wenige Gesellschaften benötigen zusätzliche Daten, wie zum Beispiel Login-Daten oder ein bestimmtes Dokument zur Auftragsdatenverarbeitung.

Weitere Normen

Neben der Norm 430.0 gibt es noch zahlreiche weitere Normen. Alle Normen verbindet ein gemeinsames Ziel: Einen (möglichst) einheitlichen Prozess für ein bestimmtes Verfahren zu definieren. Aus der Vereinheitlichung lassen sich standardisierte Prozesse ableiten, die automatisiert ablaufen.

Beispiel: Die Namen der Dokumente werden einheitlich bezeichnet. Im Fall, dass der Kunde des Erstbeitrag nicht gezahlt hat, kann anhand des Dokumentennamens der Kunde per E-Mail informiert werden, dass kein Versicherungsschutz besteht. Der Vermittler muss nicht mehr händisch eingreifen, sondern kann den Geschäftsvorgang bequem online verfolgen.

Wenn Sie vor der Entscheidung stehen, Ihr bestehendes Maklerverwaltungsprogramm zu wechseln oder eines anzuschaffen, sollte ein wichtiges Kriterium sein, ob dieses kompatibel zu den diversen BiPRO-Normen ist.