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Neue Versicherungskennzeichen zum 1. März
Kleinvieh macht auch Mist – und sichert Kunden von morgenAm 1. März beginnt das neue Versicherungsjahr für Roller bis 50 ccm, Mopeds, S-Pedelecs, E-Scooter und andere Elektrokleinstfahrzeuge. Und auch wenn viele Fahrer das Moped angesichts des noch wenig frühlingshaften Wetters lieber noch stehen lassen: Zum Stichtag muss das neue, schwarze Versicherungskennzeichen am Fahrzeug sein. Für viele Makler ist dieses Kleingeschäft oft eine lästige Pflichtaufgabe. Doch wenn Sie es richtig angehen, bietet es Chancen für langfristige Kundenbindung – bei geringem Aufwand.
Klar, nennenswerte Umsätze bringt die Roller- und Mopedversicherung nicht. Doch zum einen ist es als Makler ohnehin Ihre Pflicht, Kunden auf die endende Gültigkeit ihres Kennzeichens hinzuweisen. Zum anderen bietet der Start in die neue Roller- und Mopedsaison Ihnen eine gute Gelegenheit, sich ohne größeren Aufwand als kompetenter Berater an der Seite Ihrer Kunden zu positionieren. Insbesondere bei jüngeren Kunden rechnet sich das, denn sie sind Ihre potenzielle Kfz-Kunden von morgen.
Hohes Diebstahlrisiko: Teilkasko für E-Scooter & Co. sinnvoll
Diebstahl bleibt ein großes Problem bei den kleinen Flitzern: Im Jahr 2024 wurden über 12.000 kaskoversicherte Fahrzeuge mit Versicherungskennzeichen gestohlen. Diese aktuellen Diebstahlzahlen des GDV markieren einen Zuwachs von satten 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und gleichzeitig einen neuen Höchststand. Ein Großteil davon dürfte wie im Vorjahreszeitraum auf E-Scooter entfallen. Die mitunter hochpreisigen elektrischen Roller lassen sich nur schlecht sichern und sind daher eine besonders attraktive Beute für Langfinger.
Die tatsächlichen Diebstahlszahlen dürften noch erheblich höher ausfallen. Denn viele Versicherungsnehmer verzichten in dieser Fahrzeugkategorie auf einen Kaskoschutz. Ihre Fahrzeuge tauchen in der GDV-Diebstahlstatistik daher nicht auf, wenn sie gestohlen werden. Und natürlich schauen die Besitzer bei einem Diebstahl in die Röhre, wenn sie bei der Versicherung von E-Scooter, Roller, Moped etc. nur auf die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung setzen.
Das sollten Sie Ihren Kunden in der Beratung bewusst machen. Der Aufpreis für eine Versicherung mit Teilkasko sowohl für Roller und Mopeds als auch für E-Scooter und S-Pedelecs bewegen sich meist im mittleren zweistelligen Bereich, wie diese Tarifbeispiele für das Jahr 2026 zeigen:
Aufpreis Teilkaskoschutz (jährlich)
- Moped/Roller bis 50 ccm: 35 Euro (Barmenia Gothaer), 46,50 Euro (Bayerische), 39 Euro (Sinal Iduna)
- E-Scooter: 28 Euro (Barmenia Gothaer), 43,90 Euro (Bayerische), 25 Euro (Sinal Iduna)
Angesichts der teilweise recht hohen Anschaffungskosten der Fahrzeuge also eine überschaubare Investition. Bei manchen Versicherern sind in der Teilkasko zudem auch Schäden durch Kurzschluss eingeschlossen. Das kann für Besitzer von E-Scootern, S-Pedelecs und anderen Elektrokleinstfahrzeugen ebenfalls ein entscheidender Faktor sein.
Höhe des Selbstbehalts beachten
Achten Sie bei der Teilkasko auf die Höhe des Selbstbehalts im Diebstahlsfall. Bei einigen Versicherern gilt bei Entwendung eine gesonderte, höhere Selbstbeteiligung als bei Kaskoschäden im Allgemeinen.
Gestiegene Kosten für die Moped-Versicherung: Vergleich lohnt
Die Kosten für ein Versicherungskennzeichen sind nach wie vor überschaubar. Selbst mit Teilkaskoschutz kommen Besitzer von Rollern und Mopeds 2026 in den vielen Fällen noch mit weniger als 100 Euro für die Versicherung aus. E-Scooter-Fahren kommen in der Regel etwas günstiger weg. Fakt ist aber auch, dass einige Versicherer ihre Prämien für das Versicherungsjahr 2026/27 angezogen haben. Stellen Sie sich darauf ein, dass dies bei einigen Ihrer Kunden für Unmut sorgen wird. Erklären lässt sich dieser Anstieg vor allem mit den enorm gestiegenen Aufwendungen der Gesellschaften für Haftpflichtschäden. 2024 stiegen die Ausgaben um rund 24 Prozent auf 123 Millionen Euro, im Schnitt zahlten die Versicherer gut 4.900 Euro pro Schaden, 5 Prozent mehr als im Vorjahr.
Bei der Haftpflicht ähneln sich die Leistungen der Anbieter in der Regel, beim Teilkaskoschutz gibt es hingegen teilweise einige Unterschiede. Das gilt auch für den Jahresbeitrag – sowohl für reine Haftpflichtversicherungen als auch bei Tarifen mit Teilkasko. Riesig ist die Spanne in diesem Preissegment natürlich nicht, aber ein Tarifvergleich lohnt sich auf jeden Fall. Sie müssen bedenken, dass das Budget der jungen Fahrer dieser Fahrzeuge oft begrenzt ist. Für diese Kunden kann eine Preisdifferenz von 30 oder 40 Euro bereits einen gewaltigen Unterschied machen.
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Junge Fahrer: Künftige Kfz-Versicherung mitdenken
Einige Ihrer jungen Kunden mit Roller oder Moped fiebern sicher jetzt schon darauf hin, in ein oder zwei Jahren endlich mit dem ersten eigenen Auto oder Motorrad unterwegs zu sein. Haken Sie nach, ob es konkrete Pläne für die motorisierte Zukunft gibt. Dies kann ein wichtiger Faktor bei der Anbieterwahl für das Versicherungskennzeichen sein. Denn es gibt einige Versicherer, die unfallfreie Moped- oder Roller-Jahre bei der SF-Einstufung für eine anschließende Kfz-Versicherung berücksichtigen. Unter anderem bieten die Concordia und die Bayerische solche Einsteiger-Boni an. Im Zweifelsfall haken Sie vorab beim gewünschten Versicherer nach, ob die Moped-Versicherung eine solche Sondereinstufung bei der Kfz-Versicherung ermöglicht. Nutzen Sie diese Chance, durch gute Beratung mit vorausschauender Wahl des Versicherers langfristige Beziehungen zu jungen Kunden aufzubauen.
Alter ist bei der Moped-Versicherung auch in eine andere Richtung ein relevanter Faktor: Bei vielen Anbietern wird es für Fahrer ab 23 Jahren günstiger. Vereinzelt sind auch weitere Nachlässe möglich, wenn beim Versicherer bereits ein Kfz-Vertrag besteht. Wer Roller oder Moped nur als Zweitfahrzeug nutzt, erhält das Versicherungskennzeichen beispielsweise bei HDI günstiger, wenn dort auch das Auto versichert ist. Auch hier lässt sich also mit gründlichem Vergleich und guter Beratung punkten.
Klein oder groß? Keine Wahlfreiheit beim Format
Versicherungskennzeichen gibt es mittlerweile in zwei Größen und aus verschiedenen Materialien. Besitzer von Mopeds, Rollern und Co. haben die Wahl, ob sie lieber ein klassisches Blechschild montieren oder lieber eines der modernen Folienkennzeichen aufkleben. Zumindest wenn der jeweilige Versicherer beides anbietet. Das ist jedoch längst nicht bei allen Gesellschaften der Fall.
Bezüglich der Größe gibt es hingegen genaue gesetzliche Vorgaben: Die kleinen Versicherungskennzeichen dürfen bislang ausschließlich für E-Scooter und Segways mit Betriebserlaubnis nach der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung genutzt werden. Viele S-Pedelec-Fahrer würden sich gerne ein solches Kennzeichen aufs Schutzblech kleben, anstatt mit einem Mofa-Schild durch die Gegend zu radeln. Das S-Pedelec einfach als E-Scooter zu versichern, um diesen Kundenwunsch zu erfüllen, mag auf den ersten Blick wie eine smarte Idee wirken – ist aber nicht zulässig.
- Am 28. Februar 2026 endet die Gültigkeit des grünen Versicherungskennzeichens. Aktuelle Farbe ab 1. März 2026 ist schwarz.
- Das Diebstahlrisiko für Roller, Mopeds, S-Pedelecs und vor allem E-Scooter ist enorm hoch, ein Teilkaskoschutz daher sinnvoll.
- Bei Kosten und Teilkaskoleistungen gibt es Unterschiede, daher lohnt ein Vergleich. Achten Sie insbesondere auf die Selbstbeteiligung bei Entwendung.
- Manche Gesellschaften berücksichtigen schadenfreie Jahre mit Versicherungskennzeichen bei der SF-Klasse für eine anschließende Kfz-Versicherung.
Zum Autor
Andreas Götzke-Pfeil verantwortet als Produktmanager beim Deutschen Maklerverbund u. a. die Entwicklung von Deckungskonzepten. Ein guter Marktüberblick gehört für ihn zum Job. Er ist im engen Austauch mit Versichern und kennt immer die neuesten Produkte am Markt. Alten Wein in neuen Schläuchen entlarvt er nach über 20 Jahren in der Branche sofort.
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