Was sind GDV Daten?

Mit GDV-Daten erhalten Sie alle Kunden- und Vertragsinformationen im Überblick.

Definition

In einem GDV-Datensatz sind die wichtigsten Informationen zu einem Versicherungsvertrag enthalten. Der GDV-Datensatz unterliegt dabei einer einheitlichen Definition, so dass die Informationen - unabhängig vom Versicherungsunternehmen das den Datensatz erstellt - immer an der gleichen Stelle zu finden sind. Der GDV-Standard bildet die wichtigste Norm, um die Vertragsinformationen zwischen dem Produktgeber und dem Vermittler auszutauschen. Im Regelfall aktualisiert der Versicherer den GDV-Datensatz einmal pro Monat.

Datensätze im GDV-Format sind schwer lesbare Textdateien. Daher nutzen Versicherungsmakler meist ein Maklerverwaltungsprogramm. So werden die Daten in einer einfach zu bedienende Oberfläche dargestellt. Unter dieser Oberfläche kann anschließend der Ist-Vertragsbestand des Kunden angesehen werden.

Insbesondere für Versicherungsmakler ist es wichtig, eine gesellschaftsübergreifende Übersicht der Kundendaten zu bekommen. Durch die Zusammenarbeit mit zahlreichen Produktanbietern, droht dem Versicherungsmakler andernfalls die Übersicht verloren zu gehen. Des weiteren lassen sich diverse beratungs- und verwaltungsrelevante Vorgänge deutlich zeitsparender abwickeln. Mit dem Maklerverwaltungsprogramm Professional works können beispielsweise per Knopfdruck Adresswechel durchgeführt werden oder mit einem Klick eine Vertragsübersicht generiert werden.

Wie erhalte ich GDV-Datensätze?

Die Versicherer stellen den GDV-Datensatz im Regelfall im Maklerportal zum download zur Verfügung. Einige Anbieter versenden diesen auch verschlüsselt per E-Mail oder per CD und dieser muss vor dem Import decodiert werden. Je nachdem wie dynamisch der Versicherungsbestand ist, entsteht ein großer administrativer Aufwand, wenn die Datensätze immer auf dem aktuellen Stand sein sollen. Ein durchschnittliches Maklerbüro arbeitet mit 30-40 Versicherungsunternehmen zusammen. Von jedem Unternehmen muss zunächst die GDV-Datei aus dem zugangsgeschütztem Maklerportal herunter geladen beziehungsweise die Datei decodiert werden. Anschließend muss diese in das Maklerverwaltungsprogramm importiert werden. Der zeitliche Aufwand ist immens, insbesondere bei technisch weniger versierten Nutzern. Das Problem für den Versicherungsmakler: Zeitverlust, der für die Kundenberatung und Neukundenakquise fehlt.

Um dem hohem Verwaltungsaufwand zu entgehen, nutzen viele Versicherungsmakler zur Abwicklung der Verträge Maklerpools. Trotz der bekannten Risiken.

Der Deutsche Maklerverbund bietet die Lösung: Sie können mit Ihren Direktvereinbarungen „umziehen“. Dabei bleibt die bestehende Direktvereinbarung bestehen und dem Versicherer wird die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Maklerverbund angezeigt. Künftig werden die GDV-Datensätze automatisch an den Deutschen Maklerverbund übermittelt und in das kostenfreie Maklerverwaltungsprogramm Professional works importiert.  

Probleme / Grenzen

Der GDV-Datensatz unterlag in den vergangenen Jahren zahlreichen Anpassungen. Diese führen im Ergebnis dazu, dass der ursprüngliche Standard mehr und mehr aufgeweicht wurde. Versicherungsunternehmen liefern die Informationen nicht mehr an eine bestimmte Stelle im GDV-Datensatz, sondern an eine beliebige Stelle. Dadurch können viele Maklerverwaltungsprogramme die Datensätze nur teilweise importieren. So fehlen immer wieder wichtige, vertragsrelevante Informationen in der Beratung.

Zudem müssen GDV-Datensätze erzeugt werden. Dies geschieht meist einmal pro Monat. Es handelt sich somit um eine langsame Technologie.

Dokumente wie Anträge oder Versicherungsscheine werden über den GDV-Datensatz gar nicht übermittelt. Dies ermöglicht jedoch die BiPRO Norm 430.

 Zukunft

Das Brancheninstitut für Prozessoptimierung (kurz BiPRO) ist ein eingetragener Verein. Dieser wurde geschaffen, um verbindliche Standards für die Versicherungsbranche zu definieren. BiPRO wird einen „wirklichen“ Standard für die relevanten Vertragsinformationen definieren. Diese Daten werden anschließend über eine Schnittstelle übermittelt. Die Übermittlung der Daten kann mehrfach am Tag erfolgen, so dass der Vertragsbestand des Kunden quasi in Echtzeit eingesehen werden kann.